Glossar

Gemeinschaftschule Goldberg
(Stand: 12.12.2015)

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Glossar gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Vereinfachung wurde gelegentlich die männliche Form gewählt.


Coaching

Regelmäßig finden Coachinggespräche zwischen Schüler/innen und Lernbegleitern statt. Bei diesen Gesprächen steht die individuelle Lernentwicklung des Kindes im Mittelpunkt. Die Schüler/innen planen und beurteilen dabei gemeinsam mit dem Lernbegleiter ihren Lernfortschritt und übernehmen zunehmend Verantwortung für ihr Lernen. Zentraler Bestandteil des Gespräches ist eine Einschätzung / Aussage zum Arbeitsverhalten oder der Lernbereitschaft des Kindes. Dies kann mit Hilfe eines Coaching-Bogens erfolgen oder die Schüler können zur Gesprächssteuerung Fragekärtchen verwenden. Im Gespräch finden neben Erfolgserlebnissen auch Sorgen und Nöte des Kindes Raum und es werden individuelle Coachingziele vereinbart. Die Gespräche sind streng vertraulich. Nur inhaltlich vereinbarte Punkte werden in einem Protokollbogen festgehalten, den die Eltern nach dem Gespräch zur Einsicht und Unterschrift erhalten.

Coachingbogen, Coachinggespräch

Siehe Coaching.

DiLer

DiLer ist ein freies Open Source LMS (Learning Management System) mit Kompetenzraster und wird an Gemeinschaftsschulen von den Lernbegleitern, Schüler/innen und Eltern genutzt. (Quelle: DiLer Handbuch).

Hier finden sich Lernmaterial, schriftliche E-Kommunikation, Kalender, Stundenplan, Bewertungen u.v.m. Das LMS begleitet die Schüler/innen beim eigenverantwortlichen Lernen und den ernbegleitern wird ermöglicht, jeden einzelnen der Schüler/innen individuell zu beraten und dessen Leistungen zu bewerten, wobei die Dokumentation der Lernerfolge gleichzeitig Motivation für die Schüler/innen bedeutet. Auch die Eltern können sich jederzeit über ihr Kind informieren.

Eltern

Erziehungsberechtigte und Lernpartner der Kinder. Eltern werden in unserer Gemeinschaftsschule stärker eingebunden indem wir mit ihnen eine Erziehungspartnerschaft pflegen. In engem, regelmäßigem Kontakt verständigen sich Lehrkräfte und Eltern über den Leistungsstand der Kinder (DiLer, Lernentwicklungsgespräche und - Bericht) und treffen gemeinsam Absprachen über eine praktikable und sinnvolle Begleitung sowohl in der Schule als auch im Elternhaus. Die Eltern erleben, dass Selbstverantwortung und Persönlichkeit ihrer Kinder gefördert werden. (Quelle: http://www.kultusportal-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/Projekte/gemeinschaftsschule-bw/pdf/2013-02-18_Informationspapier_kurz.pdf)

Flüsterkultur

Lernform. Je nach Aufgabenstellung arbeiten die Lernpartner alleine oder in Gruppen-/ Partnerarbeit. Um ein konzentriertes Arbeiten möglich zu machen und andere beim Arbeiten nicht abzulenken, darf maximal im Flüsterton mit dem Lernpartner oder Lernbegleiter gesprochen werden. Hilfe wird durch stilles Aufzeigen eingefordert.

Gelingensnachweis (GN)

Gelingensnachweise dienen der Kompetenzprüfung und lösen die ursprünglichen Tests und Klassenarbeiten ab. Bevor sie ein neues Lernthema in Deutsch oder Mathematik angehen, entscheiden die Schüler/innen individuell und eigenverantwortlich, wann sie einen GN schreiben. Werden 80% beim GN erreicht, gilt dieser als bestanden und wird im Kompetenzraster im Lerntagebuch durch einen gelben Punkt vermerkt. Ergebnisse von GN sind auch in DiLer einsehbar: In Deutsch und Mathematik markiert ein gelber Balken „bestanden“, ein grauer Balken „nicht bestanden“. In allen anderen Fächern wird das Ergebnis durch einen Texteintrag in DiLer festgehalten. Bei Nicht-Bestehen werden im Gespräch mit dem Lernbegleiter neue Übungsschwerpunkte festgelegt. Der GN in Deutsch und Mathematik kann nach einer weiteren Übungsphase wiederholt werden.

Gemeinschaftsschule - GMS

Die Gemeinschaftsschule ist eine sozial gerechte Schule, die sich sowohl am Leistungsprinzip als auch am Prinzip der Chancengerechtigkeit orientiert. Sie ist eine Schule mit inklusivem Bildungsangebot, in der sowohl Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen und in ihren Begabungen gefördert werden. Alle Bildungsstandards werden angeboten und die Schülerinnen und Schüler sollen bestmöglich nach ihren individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen gefördert werden. Dazu bietet die Gemeinschaftsschule eine anregende Lernumgebung an, in der voneinander und miteinander zielorientiert gelernt wird und wo selbstverantwortlich geforscht, gearbeitet, gespielt, gelacht und gefeiert werden kann. Die Gemeinschaftsschule ist somit ein Lebens- und Erfahrungsraum, in dem sich Persönlichkeiten entwickeln können, die in unserer Gesellschaft ihren Platz finden wollen und können. Schülerzentrierte Lern- und Unterrichtsformen sollen ermöglichen, dass sich ein Maximum an individuellen Lernprozessen mit einem Optimum an gemeinsamem Lernen verbindet. Darüber hinaus findet eine Orientierung an der Berufs- und Lebenswelt statt und der enge Kontakt mit den Eltern wird zum Wohl der Kinder regelmäßig gepflegt. (Quelle: http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Gemeinschaftsschule)

Individuelle Förderung

Leistungsstärkere und leistungsschwächere Schüler/innen werden gleichermaßen und ihren Bedürfnissen angepasst von den Lernbegleitern gefördert.

Input

Während eines Inputs werden den Schüler/innen neue Lerninhalte von den Lernbegleitern vermittelt. Für einen Input können sich Schüler/innen, genauso wie für einen Gelingensnachweis, anmelden.

Individuelles Lernen (IL)

Individuelles Lernen heißt Lernen im eigenen Tempo und mit Hilfe differenzierter Materialien. Grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten werden durch Pflichtaufgaben abgedeckt. Zur Ausbildung individuell ausgeprägter Fertigkeiten stehen Wahlaufgaben zur Verfügung. Schon ab Klasse 1 wird das selbstständige Arbeiten in den sogenannten „IL“-Stunden mit Tages- oder Wochenplänen angebahnt und in den weiterführenden Stufen ausgebaut. In möglichst vielen IL-Stunden sind mehrere Lernbegleiter gleichzeitig in der Klasse, um den unterschiedlichen Leistungsniveaus innerhalb der Lerngruppe gerecht zu werden (Teamteaching). Zu dieser anderen Form des Arbeitens gehören auch neue Formen der Leistungsmessung- und Rückmeldung. Ziffernnoten werden in den Klassen 5-8 durch Verbalbeurteilungen ersetzt. In der Sekundarstufe arbeiten die Schüler mit der Lernplattform DiLer. Dort ist der Lernfortschritt jedes Schülers und jeder Schülerin klar ersichtlich. Die Klassenräume wurden im Hinblick auf die neuen Unterrichtsformen umgestaltet. So gibt es mehr Einzeltische, Regale und Trennwände, damit die Zimmer multifunktional nutzbar sind.

Inklusion

Inklusion bedeutet, dass alle Kinder an einer Schule gemeinsam unterrichtet werden - und dass dieses auch für Kinder mit Behinderungen gilt. Inklusion muss nach der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen von 2006 künftig an allen Schulen umgesetzt werden; das ist seit 2009 in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und wurde mit einer Schulgesetzänderung in 2015 Grundlage der schulischen Arbeit in Baden-Württemberg. Die Gemeinschaftsschule versteht sich von Anfang an als inklusive Schule. Ob eine Schülerin oder ein Schüler eine sonderpädagogische Leistung in Anspruch nehmen kann, entscheidet nach wie vor ein sogenannter Feststellungsbescheid. Während dieser Bescheid jedoch früher die Pflicht zum Besuch einer Sonderschule auslöste, so bedeutet er heute das Recht auf ein sonderpädagogisches Angebot, das im Rahmen einer Bildungswegekonferenz aller Beteiligten vereinbart wird. (Quelle: http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Gemeinschaftsschule)

Klasse

Die Schüler/innen lernen in einer Lerngruppe. Der Begriff Klasse spiegelt nicht ganz genau die Dynamik wieder, die in der Lerngruppe möglich ist, wird aber in der derzeitigen Startsituation an der GMS Goldberg noch verwendet.

Siehe auch Lerngruppe und Phase.

KS - Klassenstunde

Die Klassenstunde findet zweimal wöchentlich, zum Wochenbeginn und zum Wochenausklang, statt. Hier wird die Wochenplanung in den Lerntagebüchern erarbeitet und resümiert. Außerdem dienen die Stunden der Förderung von Sozial- und Methodenkompetenz der Schüler/innen, was ein erfolgreiches gemeinsames Lernen gewährleisten. Mittels eines „Kummerkastens“ können die Kinder ihren Gesprächsbedarf kommunizieren und es werden aktuelle Themen oder Probleme in der gesamten Gruppe besprochen. Rituale in der KS vermitteln Stabilität und Verlässlichkeit, unter Anderem schätzen es die Kinder sehr, sich z. B. mit gegenseitigen guten Wünschen oder Lob ins Wochenende zu entlassen.

Kompetenz

Pädagogische Zielangabe. Fähigkeiten und Fertigkeiten die im Lernprozess erworben werden können. Auch soziale Kompetenzen.

Kompetenzraster (M - Mindeststandard, R - Regelstandard, E - Expertenstandard). Ein Kompetenzraster setzt die zu erlangenden Kompetenzen in Relation mit verschiedenen Niveaustufen (M - Mindeststandard, R - Regelstandard, E - Expertenstandard) und formuliert ausführliche Kompetenzbeschreibungen als Lernziele. Diese können auch soziale Kompetenzen beschreiben. Die Matrix dient den Lernbegleitern als Diagnoseinstrument für den Lernprozess der Schüler/innen. Den Schüler/innen wiederum helfen „ich kann…“- Formulierungen, sich mit den zu erwerbenden Kompetenzen zu identifizieren und die eigenen Stärken zu erkennen.

Kooperatives Lernen

Durch das kooperative Lernen sollen Schüle/innen neben fachlichen auch persönliche, soziale und methodische Kompetenzen erwerben. Dabei helfen sie sich gegenseitig, um zu einem gemeinsamen Ergebnis zu gelangen. In allen Klassenstufen finden sich kooperative Lernformen (z.B. Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit). Vor allem auch in unserem Ganztagsbereich gibt es vielfältige kooperative Angebote (Theater-AG, Kompetenztraining, erlebnispädagogische Angebote,…)

Lernbegleiter (L)

Lehrer, Lehrkräfte. Siehe auch Lernpartner. Lernbegleiter sind Ansprechpartner für die Schüler/innen im Lernprozess. Sie geben Inputs, beraten, organisieren und unterstützen das individuelle und kooperative Lernen. Die Lernbegleiter tauschen sich untereinander, mit den Schüler/innen und mit deren Eltern aus. Lernbegleiter führen auch die Coachinggespräche mit den Schüler/innen.

Lernentwicklungsgespräch/-Bericht (L)

Mindestens zweimal im Jahr finden Lernentwicklungsgespräche statt. Lernbegleiter, Eltern und Schüler/innen sprechen über Stärken und Schwächen des/ Kindes, dessen Ziele und Motivation. Das Kind steht dabei im Mittelpunkt – das Gespräch entsteht aus seiner Sichtweise, was das Kind aktiv am eigenen Lernprozess beteiligt. Positive Erlebnisse und die Potenziale der Schüler/innen stehen klar im Fokus eines solchen Gesprächs, am Ende des Gesprächs treffen die Lernpartner eine Zielvereinbarung. Auch Lernbegleiter und Eltern benennen Strategien, wie sie das Kind bei der Umsetzung seiner Ziele unterstützen können.

Lerngruppe

Die Gesamtheit der Kinder einer Klasse bildet die Lerngruppe in der Gemeinschaftsschule. Der geänderte Begriff wird vor allem deshalb gewählt, weil deutlich gemacht werden soll, dass die Lerngruppe kein so ausschließlich fest gefügter Verband ist wie seither die Klasse. Es soll dabei ganz klar betont werden, dass die Lerngruppe das bekannte und sichere Umfeld für die Schüler/ innen darstellt. Es wird selbstverständlich immer wieder Lernsituationen geben, die in der gesamten Lerngruppe stattfinden. Darüber hinaus haben die Kinder jedoch die Möglichkeit und die Pflicht, sich in unterschiedlichen Gruppierungen anhand individueller und kooperativer Lernformen weitgehend selbstverantwortlich zu betätigen. Über Größe und inhaltliche Ausrichtung der Lerngruppen entscheidet nach pädagogischen Gesichtspunkten und organisatorischen Gegebenheiten die Schule vor Ort. Dabei handelt es sich um einen dynamischen Prozess, der einen allmählichen Übergang vom einen ins andere System erlaubt. In keinem Fall gibt es eine Aufteilung in leistungsorientierte A, B, C-Kurse oder ähnliches. (Quelle: http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Gemeinschaftsschule)

Siehe auch Phase und Klasse.

Lernpartner

Lernpartner können Schüler/innen in einer Lerngruppe sein, die sich gegenseitig beim Lernen unterstützen. Ebenso sind Lernbegleiter und Eltern Lernpartner der Schüler/innen.

Lerntagebuch (LTB)

Jede/r Schüler/in führt ein eigenes Lerntagebuch, welches ihn/sie beim individuellen Lernen unterstützt und die eigenen Fortschritte dokumentiert. Die Schüler/innen gestalten hier ihre Wochenplanung und entscheiden, was sie sich für die jeweiligen Fächer vornehmen, respektive, was sie am Ende der Woche davon bewältigt haben. Die Schüler/innen führen ihr LTB in Absprache mit den Lernbegleitern und lassen es mindestens einmal pro Woche von den Eltern gegenzeichnen. Das LTB stellt neben DiLer somit auch eine weitere Schnittstelle in der Kommunikation der Schule mit den Eltern dar.

Phase

Die Phase verdeutlicht, auf welcher Niveaustufe im Kompetenzraster die Schüler/innen gerade arbeiten. Beispielsweise befindet sich der/die Schüler/in in Phase 6, arbeitet jedoch in manchen Fächern schon im Kompetenzraster in Phase 7 oder noch in Phase 5.

Siehe auch Lerngruppe und Klasse.

Rituale

Rituale sind verlässliche, wiederkehrende Momente im Unterricht. Sie schaffen Struktur und Sicherheit. Schüler/innen und Lernbegleiter tun etwas gemeinschaftlich, das verhilft dem Klassenraum zu Ruhe und fördert bei den Schüler/innen die Konzentration auf die nächste Unterrichtsphase.

Rituale sind außerdem wichtig für das soziale Miteinander. Sie schaffen eine vertraute Umgebung besonders für Schüler/innen, die sich in wechselnden Situationen schwerer zurechtfinden. Beispiele: Wochenplan, Begrüßungsrituale, gemeinsam vereinbarte Regeln, Musik, Geburtstags- und Adventsfeiern, Vorlesen, u.v.m.

Schüler/innen

Siehe auch Lernpartner.

Stempelkarte

Für jedes neue Lernthema gibt es im jeweiligen Unterrichtsfach eine Stempelkarte. Die Schüler/innen finden hier verschiedene und differenzierende Aufgabenstellungen, Übungen und Regeln. Hat ein/e Schüler/in eine der Aufgaben fertiggestellt und eigenverantwortlich korrigiert, stempelt er/sie diese ab.

Wochenbeginn

Siehe Klassenstunde.

Wochenausklang

Siehe Klassenstunde.